Patenkompanie

Patenschaft mit der 3. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 in Munster

© Panzerlehrbataillon 93
Entkusseln in den Borsteler Kuhlen 2019
© Gemeinde Bispingen

Die Gemeinde Bispingen pflegt seit dem 14.10.1992 eine Patenschaft mit der 3. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 in Munster. Die 3./93 ist die Nachfolgekompanie der 2./94, die anlässlich des Bataillonsappells am 14.10.1992 außer Dienst gestellt worden ist. Mit dieser Kompanie verband die Gemeinde Bispingen eine Patenschaft seit dem 16.09.1980. Die 3./93 unter Hauptmann Marks hatte sich 1992 gerne bereit erklärt, die Patenschaft mit der Gemeinde Bispingen zu übernehmen und fortzuführen. Aktuell wird die Kompanie von Hauptmann Karolin Böhme geführt.

Der Austausch der Patenschaftsurkunden unter großer Beteiligung sowohl der Soldaten wie auch der Bevölkerung und den Ratsmitgliedern erfolgte am im Januar 1993 in der Mehrzweckhalle Steinbeck. Anlässlich des Besuches der Patenkompanie wurden an diesem Tag auch die Einrichtungen der Gemeinde Bispingen besucht, damit die Soldaten „ihre“ Patengemeinde kennen lernen konnten.

Gelebte Partnerschaft

Diese Patenschaft ist mittlerweile eine gelebte Partnerschaft zwischen Ratsmitgliedern, Verwaltung, Vereinen, Verbänden und der Patenkompanie, die sich durch regelmäßige wechselseitige Kontakte auszeichnet. So nimmt die Patenkompanie an Veranstaltungen der Gemeinde teil, z.B. am Heidemarkt, an den Schützenfesten, am Volkstrauertag, am Gemeindepokalschießen, als tatkräftige Unterstützung am Naturparktag und am Firmenfußballpokalturnier.

Rat, Verwaltung, Vereine, Verbände und Bürgerinnen und Bürger nehmen im Gegenzug regelmäßig am Familientag, am Lilli-Marleen-Tag oder an Informationslehrübungen teil. Bei diesen Gelegenheiten kommt es immer zu einem regen Austausch zwischen den Beteiligten.

Major Karolin Böhme
© Panzerlehrbataillon 93

Frau Major Karolin Böhme ist am 15. Juni 1986 in Dresden geboren. Nach dem Abitur in der Lessingstadt Kamenz und einem einjährigen Auslandsaufenthalt in Dublin, Irland ist Sie im Jahr 2005 in die Bundeswehr eingetreten. Zunächst als Funker in der Truppe für Operative Information eingestellt, wurde Sie in Mayen in der Eiffel zum Offizier ausgebildet. Das zur Offizierausbildung zugehörige Studium schloss Frau Major Böhme an der Universität der Bundeswehr in München 2011 als Diplompädagogin ab. In Ihrer ersten Truppenverwendung als Truppführer eines Einsatzkameratrupps war sie in Afghanistan im Auslandseinsatz und nahm an der Erkundung für den Einsatz der Bundeswehr in Mali teil. Ihr Auftrag war es hier, Einsatzdokumentationen für die politische und militärische Führung zu erstellen, sowie aktiv mit Videobeiträgen aus den Einsätzen an der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr mitzuwirken. Danach führte Sie ihr militärischer Weg im Jahr 2015 das erste Mal nach Munster. Als Zugführer im Offizieranwärterbataillon war Sie verantwortlich für die Ausbildung, Führung und Erziehung des Offiziernachwuchses. Bereits ein Jahr später erfolgt die Versetzung in das Kommando Heer in Strausberg. Als Ordonnanzoffizier in der Adjutantur von General Vollmer, konnte Sie hier die Abläufe und Verfahren in den obersten Führungsebenen kennen lernen. Nach der Ernennung zum Berufssoldaten im Dezember 2016 entschied Sie sich, motiviert durch die mehrjährige intensive Zusammenarbeit mit Soldaten des Heeres, in die Panzertruppe zu wechseln. So erfolgte Anfang 2017 für die Ausbildung zum Panzeroffizier die zweite Versetzung nach Munster. Im Anschluss daran führte Frau Major Böhme einen Panzerzug im Panzerbataillon 393 in Bad Frankenhausen in Thüringen. Im April 2020 hat Sie die Führung der „königlichen Dritten“ des Panzerlehrbataillons 93 von Herrn Major Schmidt übernommen.

Oberstabsfeldwebel Henryk Klaffki
Kompaniefeldwebel (KpFw) Henryk Klaffki
© Panzerlehrbataillon 93

OStFw Klaffki wurde am 04.09.1975 in SCHWERIN geboren. Eintritt in die Bundeswehr im Oktober 1993 bei 5./Panzerbataillon 403 in SCHWERIN als Unteroffizieranwärter. Es folgte die Ausbildung zum Panzerkommandanten. 1997 wurde er zum Feldwebel ernannt.

1999 - erster Auslandseinsatz mit Kampfpanzern im KOSOVO für fünf Monate in SUVAREKA/PRIZREN.

2001 - zweiter Auslandseinsatz in BOSNIEN für sieben Monate. Während des Auslandseinsatzes erfolgte die Übernahme zum Berufssoldaten.

Nach 11 Jahren im Panzerbataillon 403 kam die Versetzung an die damalige Panzertruppenschule in MUNSTER. Zunächst als Stationsausbilder in der Offiziersanwärter –Ausbildung. Danach Verwendung als Hörsaalfeldwebel in der Ausbildung von ausländischen Nationen auf dem Kampfpanzer LEOPARD 2A4.

Zum 01.04.2007 Versetzung in die 6./Panzerlehrbataillon 93 als Zugführer in der Allgemeinen Grundausbildung. Im Jahre 2008 folgte ein sechs monatiger Aufenthalt in CHILE zur Ausbildungsunterstützung für chilenische Offiziere und Unteroffiziere an der dortigen Panzertruppenschule in IQUIQUE.

Nach der Rückkehr aus CHILE wieder als Zugführer eingesetzt, in der dann 5./Panzerlehrbataillon 93.

2011/2012 ging er mit der 3./Panzerlehrbataillon 93 für sechs Monate nach AFGAHNISTAN als Zugführermentor eines Operational Mentoring and Liaison Team (OMLT) in FEYZABAD.

2013 - Versetzung in die 3./Panzerlehrbataillon 93 als Panzerzugführer und kurz danach der Wechsel auf den Dienstposten als Kompanietruppführer.

2014 - während des Besuchertages im Rahmen der Informationslehrübung (ILÜ) Beförderung zum Stabsfeldwebel.

2016 - vierter Auslandseinsatz zur Ausbildungsunterstützung im NORDIRAK in ERBIL für die Ausbildung der Peschmerga.

Am 14.01.2018 Übernahme der Dienstgeschäfte des Kompaniefeldwebels in der „königlich“ Dritten Kompanie. Am 14.02.2018 wurde der neue Spieß der königlich Dritten zum Oberstabsfeldwebel befördert.

Die 3. Kompanie 2020/2021

© Panzerlehrbataillon 93

Mit der Übergabe der Kompanie am 8. April 2020 durch Frau Major Böhme ist bis heute nach Panzerlehrbrigaden-Standard eine Menge passiert.

Ein erfolgreicher Übungsplatzaufenthalt im Juni 2020, eine fordernde Amtshilfe bis in die Mitte 2021 hinein, drei weitere Übungsplatzaufenthalte in Klietz und Bergen sowie mehrere Projekte wie das groß angelegte Sportfest vor dem Sommerurlaub 2021 oder die Ausbildungslehrübung (ALÜ) der Brigade für vier Wochen im September/Oktober dieses Jahres.

Mit Hinblick auf die Fülle der Aufträge sollen an dieser Stelle deshalb zwei Vorhaben näher beleuchtet werden; Vorhaben, die der 3. Kompanie besonders am Herzen lagen und noch immer liegen.

Sportfest des „Teams Hotel“

Um die erbrachten Leistungen zu würdigen und entgegen des Tagesdienstes etwas abschalten zu können, war das Sportfest für das gesamte „Team Hotel“ Abschluss und Highlight des ersten Halbjahres, der durch uns liebevoll genannte „Quadriga MilFit Cup“. Im kameradschaftlichen Wettbewerb konnte sich das Bataillon untereinander in mehreren Disziplinen messen. Angetreten auf dem Exerzierplatz in Feldanzug und Sportschuhen wurden die Teams per Losverfahren bestimmt, ehe es sogleich für Team 1 an den Start für den vormittags geplanten Military-Fitness-Lauf ging. Geplant und durchgeführt von Oberfeldwebel Weigel (einer unserer Echo-Panzerkommandanten), mussten die Gruppen über die Hindernisbahn, im Matsch gleiten (wobei die Feuerwehr und besonders der Kommandeur „Team Hotel“, Oberstleutnant Beckmann, sehr viel Spaß hatten, die Teams währenddessen in einen „feuchten Aggregatzustand“ zu überführen), Geschicklichkeitsspiele meistern und in einen mit Wasser gefüllten Container nach Codewörtern tauchen. Am Nachmittag konnten sich dann vorher bestimmte Teams der Kompanien und des Stabes in einem Volleyball- oder Fußballturnier gegeneinander messen, ehe am späten Nachmittag die Siegerehrung folgte. Gesponsert wurden die Preise in der Masse durch den Freundeskreis der Panzertruppe, welcher auch mit mehreren Mitgliedern vor Ort war. Schlussendlich war das Sportfest ein großer Erfolg, was nicht zuletzt an der Stimmung jedes Einzelnen und der reibungslosen Planung und dem Ablauf lag. Kurze Zeit später ging es dann für die 3./- in den wohlverdienten Sommerurlaub.

© 3. Kompanie, Panzerlehrbataillon 93

Truppenübungsplatzaufenthalt in Klietz

© 3. Kompanie, Panzerlehrbataillon 93
© 3. Kompanie, Panzerlehrbataillon 93

Zum anderen ist der kürzlich abgeschlossene Truppenübungsplatzaufenthalt in Klietz erwähnenswert; der dritte dieser Art seit der Übernahme der Kompanie durch Frau Major Böhme. Wie im März 2021 ging es wieder für zwei Wochen auf den Truppenübungsplatz nach Sachsen-Anhalt, dem - man könnte mittlerweile schon sagen - Wohnzimmer der Kompanie, wenn es um Übungsvorhaben geht. Hier wurden die 20 neuen Panzersoldaten der sogenannten DPA - Dienstpostenausbildung - zu neuen Richt- und Ladeschützen des Bataillons geschmiedet. Es galt, auf den vorherigen Übungsplatzaufenthalt in Bergen (Ende August bis Anfang September) aufzubauen und allen Anforderungen sowie Ausbildungszielen gerecht zu werden und das haben wir auch erreicht. Am Ende der ersten Woche wurden die neuen Richt- und Ladeschützen in einer traditionellen Zeremonie, der Richtschützentaufe, geehrt. Und auch die zweite Woche blieb nicht ungenutzt. Die beiden Züge der Kompanie „Echo“ und „Foxtrot“ beübten sich mit ihrer originären Stammbesatzung durch mehrere Schießvorhaben und -übungen. Hervorzuheben ist hier die sogenannte BK-Üb 6, die umfangreichste Übung, welche die Vorschrift hergibt. Über mehrere Monate vorher durch die Kompanieführung geplant, erstreckte sich diese Übung von Dienstag bis Donnerstag in jener Woche; Tag und Nacht. Die Züge mussten all ihr Können abrufen, sowohl taktisch als auch schießtechnisch. Unterstützungselemente der Züge, wie eine Betankung bei Nacht, das Beziehen von Sammelräumen durch die Kompanie und andere Ausbildungsabschnitte fanden zeitgleich statt und wurden in die Übung eingebunden. Am Ende stand ein erreichtes Ausbildungsziel und mehr als zufriedene Gesichter.

Große Ziele stehen vor der Tür

Mit Blick auf die letzten Wochen des Jahres 2021 stehen für das kommende Jahr große Ziele vor der Tür. Mehrere Teilnahmen im Schießübungszentrum (SchÜbZ) - eine der zentralen Ausbildungseinrichtungen des Heeres und vor allem der Kampftruppe auf Kompanieebene - sowie im Gefechtsübungszentrum (GÜZ). Das GÜZ ist vereinfacht gesagt der große Bruder des SchÜbZ, in der ein gesamtes Bataillon zusammen üben kann. Zusätzlich wird im Februar eine Führerweiterbildung im Rahmen der Ausbildungslehrübung Nacht (ALÜ Nacht) stattfinden, in der gestandenes Führungspersonal der Brigade für eine Woche alle taktischen Abläufe bei Nacht durchzuführen hat. Und leider wirft auch wieder Corona seine Schatten voraus. Schon jetzt sind mehrere Soldaten des Bataillons wieder in die Amtshilfe eingebunden; auch die 3./- muss sich darauf vorbereiten, erneut Soldaten dafür zu stellen.

Die Angehörigen der 3./- sind trotz alledem wie immer darauf vorbereitet, ihr Bestes zu geben, dafür Sorge zu tragen, gemäß unserem Kompanieleitspruch „Kein Panzermann soll besser sein, der königlich Dritten, Panzer Hurra!“ allen Anforderungen gerecht zu werden und in das neue Jahr weiter anzugreifen.

Rückblick 2019/2020

Das Jahr 2019 war für die Königlich Dritte durch den Auftrag Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) der NATO geprägt. Für die Soldaten bedeutete das insbesondere eine ständige Rufbereitschaft von 16 bis 48 Stunden. Neben der Ausbildungslehrübung „Führen bei Nacht“ im Januar und Februar und des Übungsplatzaufenthaltes in der Oberlausitz im Dezember, war der Höhepunkt des Jahres die vierwöchige NATO-Übung „Noble Jump“ in Polen, bei der sich die Dritte insbesondere beim Gefechtsschießen für internationales Publikum und bei der Abschlussübung „Dragon“ beim Angriff über ein Gewässer unter Beweis stellte.

Das Jahr 2020 begann für das Führerkorps der Kompanie mit einer politischen Bildungsfahrt nach Dresden und für die Mannschaftssoldaten mit einer Werkwoche in Cloppenburg. Absicht für das Jahr sollte es sein, weiterhin den Nachwuchs der Richt- und Ladeschützen des Bataillons auszubilden und den Echo Zug als Panzerzug in neuer Konstellation voll auszubilden.

Zum Abschluss der im März durchgeführten Bataillonsübung mit dem Simulationssystem SIRA in Dresden wurde der ehemalige Kompaniechef Hauptmann Schmidt zum Major befördert. Seine Nachfolgerin, Hauptmann Böhme übernahm die Kompanie am 8. April 2020.

Auf dem Truppenübungsplatz in KLIETZ soll Ende Juni die derzeitige Ausbildung unserer Richt- und Ladeschützen zum Abschluss gebracht werden. Im Herbst wird die Kompanie erstmals im Rahmen eines neuen Ausbildungskonzeptes die neuen Offizieranwärter auf dem Kampfpanzer ausbilden.

Aufgrund der Coronakrise wurden auch in der Bundeswehr zahlreiche Einschränkungen für Ausbildung- und Übungsvorhaben erlassen. Deswegen findet 2020 auch kein Tag der Bundeswehr und keine Informationslehrübung (ILÜ) statt, bei der die Kompanie eine maßgebliche Rolle gespielt hätte.

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