Patenkompanie

Patenschaft mit der 3. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 in Munster

© Panzerlehrbataillon 93
Entkusseln in den Borsteler Kuhlen 2019
© Gemeinde Bispingen

Die Gemeinde Bispingen pflegt seit dem 14.10.1992 eine Patenschaft mit der 3. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 in Munster. Die 3./93 ist die Nachfolgekompanie der 2./94, die anlässlich des Bataillonsappells am 14.10.1992 außer Dienst gestellt worden ist. Mit dieser Kompanie verband die Gemeinde Bispingen eine Patenschaft seit dem 16.09.1980. Die 3./93 unter Hauptmann Marks hatte sich 1992 gerne bereit erklärt, die Patenschaft mit der Gemeinde Bispingen zu übernehmen und fortzuführen. Aktuell wird die Kompanie von Hauptmann Philip Aaron Konieczny geführt.

Der Austausch der Patenschaftsurkunden unter großer Beteiligung sowohl der Soldaten wie auch der Bevölkerung und den Ratsmitgliedern erfolgte im Januar 1993 in der Mehrzweckhalle Steinbeck. Anlässlich des Besuches der Patenkompanie wurden an diesem Tag auch die Einrichtungen der Gemeinde Bispingen besucht, damit die Soldaten „ihre“ Patengemeinde kennen lernen konnten.

Gelebte Partnerschaft

Diese Patenschaft ist mittlerweile eine gelebte Partnerschaft zwischen Ratsmitgliedern, Verwaltung, Vereinen, Verbänden und der Patenkompanie, die sich durch regelmäßige wechselseitige Kontakte auszeichnet. So nimmt die Patenkompanie an Veranstaltungen der Gemeinde teil, z.B. am Heidemarkt, an den Schützenfesten, am Volkstrauertag, am Gemeindepokalschießen, als tatkräftige Unterstützung am Naturparktag und am Firmenfußballpokalturnier.

Rat, Verwaltung, Vereine, Verbände und Bürgerinnen und Bürger nehmen im Gegenzug regelmäßig am Familientag, am Lilli-Marleen-Tag oder an Informationslehrübungen teil. Bei diesen Gelegenheiten kommt es immer zu einem regen Austausch zwischen den Beteiligten.

Kompaniechef der 3. Kompanie/Panzerlehrbataillon 93 - Hauptmann Philip Aaron Konieczny
Das Bild zeigt Hauptmann Philip Aaron Konieczny.
© Panzerlehrbataillon 93

Philip Konieczny, geboren am 28. Mai 1991 in Mülheim an der Ruhr, trat den Dienst in der Bundeswehr nach dem Abitur 2010 als Offizieranwärter in der 2./ Offizieranwärterbataillon II Hammelburg an.

Im Anschluss absolvierte er das dreimonatige Truppenpraktikum in der 5./ Aufklärungsbataillon 8 in Freyung.

Es folgte der Offizierlehrgang 1 an der Offizierschule des Heeres in Dresden sowie der obligatorische Sprachenlehrgang in Idar-Oberstein.

Bis 2016 studierte er Bildungswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München und schloss mit dem Master of Arts ab.

Nach dem Offizierlehrgang 2 und Offizierlehrgang 3 erfolgte die erste Verwendung in der Truppe als Leiter des Lagezentrums des Panzerbataillons 104 in Pfreimd.

Es schlossen sich Verwendungen als Zugführer, Kompanieeinsatzoffizier und Kompanieführer im Panzerbataillon 104 bis 2022 an. Im Zuge dessen war er Teil der 8. Rot eFP BG LTU 2020/2021 als JVB.

Seit März 2023 ist er Kompaniechef der 3./ Panzerlehrbataillon 93.

Spieß der 3. Kompanie/Panzerlehrbataillon 93 - Oberstabsfeldwebel Henryk Klaffki
Kompaniefeldwebel (KpFw) Henryk Klaffki
© Panzerlehrbataillon 93

OStFw Klaffki wurde am 04.09.1975 in SCHWERIN geboren. Eintritt in die Bundeswehr im Oktober 1993 bei 5./Panzerbataillon 403 in SCHWERIN als Unteroffizieranwärter. Es folgte die Ausbildung zum Panzerkommandanten. 1997 wurde er zum Feldwebel ernannt.

  • 1999 - erster Auslandseinsatz mit Kampfpanzern im KOSOVO für fünf Monate in SUVAREKA/PRIZREN.
  • 2001 - zweiter Auslandseinsatz in BOSNIEN für sieben Monate. Während des Auslandseinsatzes erfolgte die Übernahme zum Berufssoldaten.
  • Nach elf Jahren im Panzerbataillon 403 kam die Versetzung an die damalige Panzertruppenschule in MUNSTER. Zunächst als Stationsausbilder in der Offiziersanwärter-Ausbildung. Danach Verwendung als Hörsaalfeldwebel in der Ausbildung von ausländischen Nationen auf dem Kampfpanzer LEOPARD 2A4.
  • Zum 01.04.2007 Versetzung in die 6./Panzerlehrbataillon 93 als Zugführer in der Allgemeinen Grundausbildung. Im Jahre 2008 folgte ein sechs monatiger Aufenthalt in CHILE zur Ausbildungsunterstützung für chilenische Offiziere und Unteroffiziere an der dortigen Panzertruppenschule in IQUIQUE.
  • Nach der Rückkehr aus CHILE wieder als Zugführer eingesetzt, in der dann 5./Panzerlehrbataillon 93.
  • 2011/2012 ging er mit der 3./Panzerlehrbataillon 93 für sechs Monate nach AFGAHNISTAN als Zugführermentor eines Operational Mentoring and Liaison Team (OMLT) in FEYZABAD.
  • 2013 - Versetzung in die 3./Panzerlehrbataillon 93 als Panzerzugführer und kurz danach der Wechsel auf den Dienstposten als Kompanietruppführer.
  • 2014 - während des Besuchertages im Rahmen der Informationslehrübung (ILÜ) Beförderung zum Stabsfeldwebel.
  • 2016 - vierter Auslandseinsatz zur Ausbildungsunterstützung im NORDIRAK in ERBIL für die Ausbildung der Peschmerga.
  • Am 14.01.2018 Übernahme der Dienstgeschäfte des Kompaniefeldwebels in der „königlich“ Dritten Kompanie
  • Am 14.02.2018 wurde der neue Spieß der königlich Dritten zum Oberstabsfeldwebel befördert.

Aktivitäten 2022

Führerweiterbildung bei Nacht

Am 14.02.2022 startete die Königlich Dritte in die Führerweiterbildung (FWB) Nacht. Das hochgesteckte Ziel war es, der Brigadeführung Möglichkeiten zur Planung und Durchführung kriegstauglicher und siegfähiger Ausbildung bei Nacht zu vermitteln.

Hierzu erfolgte eine Ausbildung an mehreren Stationen. An der ersten Station, der Fähigkeitsdarstellung, hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Nachtsichtmittel von Leopard 2A6, Puma, FLW200 und des Systems Infanterie der Zukunft selbst zu testen. Daran schloss sich ein Unterricht zu den Grundsätzen von Ausbilden und Führen bei Nacht sowie der Umsetzung dieser auf Einheitsebene an, durchgeführt von unserem Bataillonskommandeur und unserer Kompaniechefin, Frau Major Böhme. Die zweite Station, der „Verfügungsraum“, beleuchtete die Unterschiede in den Tätigkeiten in der Nacht zum Tag im Rahmen eines Lehrpfades. Zusätzlich wurden diverse Gefechtsstände und ihre Besonderheiten vorgestellt. Den krönenden Abschluss bildete dann das „Gefechtsbild Panzertruppenkompanie in der Verzögerung bei Nacht“, wo die Teilnehmer die Besonderheiten der Gefechtsführung bei Nacht direkt hautnah erleben konnten.

Die Durchführung der FWB stand jedoch unter keinem guten Stern. Bereits am zweiten Tag trat innerhalb der Kompanie der erste Corona-Fall auf und die Zahlen stiegen stetig weiter. Auch die Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“, welche unsere Möglichkeiten zum Vorüben auf einen einzelnen Tag beschränkten, waren kein gutes Omen. All dies stellte jedoch kein unüberwindbares Hindernis dar. Dank der zahlreichen Verstärkung aus der 2. Kompanie und dem Willen zur unbedingten Auftragserfüllung aller Beteiligen stand am Ende trotzdem das Ergebnis „Auftrag erfüllt“ und eine Vielzahl hochbegeisterter Teilnehmer. Auch der Divisions- und Brigadekommandeur zeigten sich hoch zufrieden.

Höhepunkt Schießübungszentrum

Das Schießübungszentrum des Heeres, kurz SchÜbZ, ist eine der zentralen Ausbildungseinrichtungen, wenn es darum geht, Erlerntes in die Tat umzusetzen. Von Gefechtsdiensten über taktische Abläufe in einem Gefecht bis hin zum scharfen Schuss wird einem alles geboten. So stellte jene Ausbildungseinrichtung auch für Frau Major Böhme den Höhepunkt ihrer Karriere dar, welche sie im März/April 2022 mit ihrer Kompanie nach der Führerweiterbildung Nacht erleben durfte. Zweieinhalb Wochen lang wurde die Chefin auf die Probe gestellt und konnte beweisen, was es heißt, mit Panzer- und Panzergrenadierkräften unter widrigsten Bedingungen kämpfen zu können. Dieses Erlebnis wird ihr bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben.

Übungsmarathon und Litauen

Nach vorheriger Nachbereitung aus dem SchÜbZ und einer intensiven Vorbereitung marschierte die Kompanie im Oktober 2022 nach Klietz. Die Absicht für diesen Übungsplatz war es zum einen, die Ausbildungshöhe des Charlie Zuges unter der Führung von Stabsfeldwebel Oberst für den kommenden Einsatz in Litauen aufrecht zu erhalten. Zum anderen sollte sich erstmals der neu aufgestellte Bravo Zug, geführt von Oberleutnant Czybulka, beweisen und die Ausbildungshöhe „Charlie“ erreichen. Trotz des kurzen Zeitraumes von sieben Tagen, konnte jeder Einzelne in dieser intensiven Woche überzeugen, sodass am Ende alle Ausbildungsziele erreicht wurden. Gemäß dem Motto „Keine Ausbildung ohne Lage“, führten die Zugführer mit ihren Besatzungen neben dem Schießen Befehlsausgaben durch, beübten sich im Anmarsch und der Annäherung, ehe sie im Folgenden die LD zeitgerecht überschritten und auf die Schießbahn angriffen. Gute Schießergebnisse und eine zufriedene Chefin waren der Lohn.

Nach Klietz zweigten sich die Aufträge innerhalb der Kompanie dann deutlich ab. Während die Kompanieführung den vergangenen Übungsplatz noch auswertete, konnte sich der Charlie Zug hinreichend auf seinen Einsatz in Litauen Anfang 2023 vorbereiten. Panzer wurden in die Instandsetzung gegeben, Material auf Vollzähligkeit geprüft; kurzum, ein letztes Aufräumen und zeitgleiches Vorbereiten vor dem Jahreswechsel und der anstehenden Unterstellung in die Battle Group Litauen. Der Bravo Zug bereitete sich stattdessen umgehend für den nächsten Übungsplatz vor. Ein weiter SchÜbZ-Durchgang stand vor der Tür. Nach kurzer Vorbereitung begann Ende Oktober/Anfang November sodann der Marsch ins Truppenlager Trauen. Der Auftrag für den Bravo Zug: Angriff. In den darauffolgenden zweieinhalb Wochen durchlief der Zug Ausbildungsinhalte vom Marsch und dem Beziehen eines Verfügungsraumes bis hin zum Angriff des Panzerzuges, dem Kampf um Sperren sowie der Befehlsgebung innerhalb einer Kompanie.

Nach einer Nachbereitungs-/ und Vorbereitungszeit von zwei Wochen ging es dann erneut für den Bravo Zug auf Übung; diesmal in das Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ). Neuer Auftrag: Verzögerung. Zusammen mit dem Panzergrenadierbataillon 391 übte der Zug das Verzögerungsgefecht. Schwerpunkt der Ausbildung war vor allem der hochmobile Kampf im Rahmen mehrerer Feldpostenaufträge während der Kompanie- und Bataillonsausbildung sowie des Gegenangriffes. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Übungsdurchganges und der Rückverlegung nach Munster, stand dann der wohl verdiente Weihnachtsurlaub an.

Aktivitäten 2023

Litauen und ein Wiedersehen mit dem GÜZ

Mit Abschluss des Weihnachtsurlaubes brach sogleich ein weiterer Vorbereitungszyklus in der Königlich Dritten an. Letzte Maßnahmen wurden ergriffen, um dem Charlie einen bestmöglichen Start für den eFP Einsatz zu ermöglichen. In der zweiten Hälfte des Januars flog der Zug von Stabsfeldwebel Oberst dann überschlagend nach Litauen. Parallel dazu verlegte Oberleutnant Czybulka mit seinem Zug erneut ins GÜZ. Diesmal lautete der Auftrag erneut: Angriff zusammen mit Panzergrenadieren und ihrem Waffensystem, dem Schützenpanzer PUMA. Neben der Ausbildung mit Inhalten wie dem Nehmen von Übergängen oder das Öffnen von Sperren, stand vor allem aber der PUMA im Schwerpunkt. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung sollte die aktuellste Version des Waffensystems und ihre Fähigkeiten sowie die Simulationsdarstellung im GÜZ vorgestellt werden. Dies konnte leider durch einen Unfall, welcher sich während der Übungsdurchläufe ereignete, letztlich nicht erfolgen und beendete damit auch diesen Übungsplatzaufenthalt. Die darauffolgenden Nachbereitungen schlossen das Vorhaben ab.

Patenkompanie übergibt großzügige Spende an Verein Bispingen für Kinder

Eine nachhaltige Wirkung hatte die Entkusselungsaktion im Bispinger Heidjerpark Ende November von der alle Beteiligten bis heute zehren. Bei dem gemeinsamen Einsatz der Patenkompanie der Gemeinde Bispingen und einer fünften Klasse der Grund- und Oberschule kam Lehrerin Marion Hartig mit dem Oberstabsgefreiten Jonas Grüneklee ins Gespräch. Hartig berichtete ihm unter anderem, dass es einigen Eltern zunehmend schwerfalle, das Geld für das Schulessen aufzubringen und die Schüler und Schülerinnen deshalb nicht an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen können. Für viele sei dies auch ein sehr schamhaftestes Thema. Tief bewegt von diesem Gespräch und dem Wunsch, dass sich kein Kind darüber machen muss, ob es mitessen kann, wandte sich Grüneklee einige Tage später an seine Vorgesetze Majorin Karolin Böhme. Die Kompaniechefin hatte sofort ein offenes Ohr für das Anliegen des Soldaten. Innerhalb kürzester Zeit sammelte die Patenkompanie 2.000 Euro für Schulessen, die sie nun an den Verein Bispingen für Kinder übergaben. Der Verein fungiert als Mittler und kann schnell und unbürokratisch helfen, falls Eltern Schwierigkeiten, die Schulmahlzeiten zu finanzieren.

Bürgermeister Dr. Jens Bülthuis begrüßt das große Engagement der Patenkompanie und bedankte sich auch im Namen der Gemeinde Bispingen bei Majorin Böhme und ihrer Kompanie. Eine weitere gemeinsame Entkusselungsaktion ist bereits für den November geplant.

Kompanieübergabe und Tag der Bundeswehr

Zurück in Munster hieß es nun für den Bravo Zug, die Phase „Übungsplätze“ abzuschließen und sich neuen Aufträgen zu widmen. Doch zunächst folgte für die Königlich Dritte eine große Lageänderung. Frau Major Böhme übergab mit Wirkung zum 30.03.2023 die Kompanie an Herrn Hauptmann Konieczny. Der gebürtige Müllheimer, zuletzt eingesetzt im Panzerbataillon 104, steht vor einer großen Aufgabe. Drei Jahre durfte Frau Major Böhme die Königlich Dritte führen und hinterlässt ein starkes Vermächtnis. Sie hat die Kompanie definitiv nach ihren Vorstellungen und Werten geformt und geprägt, und so ist es nun an Herrn Hauptmann Konieczny, dieses Vermächtnis fortzuführen. Mit der offiziellen Übergabe der Kompanie konnte sich der neue Chef sogleich dann seiner ersten großen Aufgabe widmen. Der Ausplanung und Durchführung einer dynamischen Waffenschau am Tag der Bundeswehr in Oldenburg. Zeitgleich mit der in der Kompanie laufenden Spezialgrundausbildung (SGA) zum Richt- und Ladeschützen, welche im selben Zeitraum auf der Schießbahn in Bergen vorbereitende Schießausbildung durchführte, wurde der Biwakplatz in Oldenburg mit Spaten und Bergeschaufel in eine Bühne für die Gefechtsfahrzeuge der Brigade umgewandelt. Nach tagelanger Vorbereitung stand dann der Durchführungstag vor der Tür. Mehrere tausende Zuschauer drängten sich am Tag der Bundeswehr in die Arena, um neben einer dynamischen Vorführung der Gefechtsfahrzeuge einer Brigade vor allem die Waffenschau zu bestaunen. Unter Zufriedenheit aller Beteiligten, vorrangig zu nennen der Divisionskommandeur Generalmajor Hübner und der litauische Generalinspekteur, Herr General Rupsys, konnte die Kompanie diesen Auftrag mit Bravour meistern.

Neuer Schwerpunkt: Ausbildung

In Munster ging es sogleich weiter mit den Vorbereitungen für den nächsten Truppenübungsplatz in Bergen. Nach erfolgreichem Abschluss der vorbereitenden Schießausbildung, bewegte sich die SGA nun auf den Höhepunkt, dem scharfen Schuss auf dem Kampfpanzer Leopard 2A7V, zu. Die auszubildenden Soldaten hatten bis dahin eine Vielzahl von theoretischer Ausbildung, Sandkastenunterrichte, Simulatoren- sowie Waffen- und Geräteausbildungen unter Durchführung des Bravo-Zuges durchlaufen, alles in Vorbereitung auf den Übungsplatz und der Zuerkennung des Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweises (ATN) Richtschütze/Ladeschütze. Nach abschließender Vorbereitung rollte Ende Juni dann der Panzerzug Bravo mit den SGA-Besatzungen nach Bergen. Auf dem Übungsplatz erreichte die Kompanie das notwendige Ausbildungsziel, eine 100%ige Erfüllung aller Schießübungen für die Soldaten der SGA. Obendrein führte die 3./- ein Gefechtsdienstwochenende durch, in der die Tätigkeiten Marsch/Beziehen von Räumen sowie die Sicherungsaufgaben eines Panzerzuges im Verfügungsraum und als Feldposten ausgebildet wurden. Außerdem kündigte sich der Militärbischof zusammen mit dem Brigadekommandeur Brigadegeneral Kuhn für einen Tag an und konnte hautnah bei einem Panzerschießen miterleben, was es heißt, Teil einer Panzerbesatzung zu sein. Ein erfolgreicher und lehrreicher Übungsplatz.

Während sich die Kompanie, nach abschließender Nachbereitung des Großgeräts, in den verdienten Jahresurlaub abmeldete, stand für Hauptmann Konieczny ein neuer Auftrag an. Chef des Stabes im deutschen Kontingentstab der enhanced Vigilance Activities (eVA) Battle Group in der Slowakei. In dieser einsatzgleichen Verpflichtung stellt das Panzerlehrbataillon die Hauptkräfte. Bis zu seiner Rückkehr Anfang November leitet Hauptmann Konieczny die Geschicke des Stabes und unterstützt zudem die 2. Kompanie bei ihrem Auftrag im Einsatzland.

Hoher Besuch und große Personaländerungen am Horizont

Mit Hauptmann Czybulka (welcher während der Kompanieübergabe befördert wurde) als Stellvertretender des Kompaniechefs, startete das 3. Quartal nach dem Urlaub sogleich mit hohem Besuch. Mit zwei Panzerbesatzungen unterstützte die Kompanie das Panzergrenadierbataillon 33 bei ihrem Auftrag, Finanzminister Christian Lindner im Zuge seiner Wehrübung die Panzerlehrbrigade 9 vorzustellen. Eingesetzt als Richtschütze, konnte sich unser Finanzminister von den Tätigkeiten der Besatzung sowie der Technik des Leopard 2A7V überzeugen und verließ nach umfangreicher Einweisung diverser Gefechtsfahrzeuge, darunter auch den PUMA oder den FENNEK, freudestrahlend die Schießbahn. Obendrein kehrte der Charlie-Zug nach 6-monatigem Einsatz aus Litauen zurück. Der Zug unter Führung von Stabsfeldwebel Oberst hinterließ ein durchweg positives Bild, auch für die Kompanie sowie den Verband, und konnte in allen Belangen im Einsatzland Litauen an der Ostflanke überzeugen und brillieren, darunter mehrere Übungsplätze, Gefechtsschießen, internationale Gemeinschaftsprojekte – darunter auch in Polen – und vieles mehr.

Mit Beginn September lief sodann in der 3. Kompanie eine neue Phase der Nachwuchsregeneration an. Der Bravo-Zug führt eine weitere Spezialgrundausbildung durch und befand sich bis Ende September in der Spezialgrundausbildung Handwaffen, um dann ab Mitte Oktober auf die weiterführende Ausbildung am Kampfpanzer umzuschwenken. Auch hier ist das Ziel wieder der erfolgreiche scharfe Schuss mit dem Kampfpanzer, welcher Anfang Dezember auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz stattfinden wird. Bis dahin haben die jungen Soldaten aber noch viel zu lernen. Anfang Oktober begann außerdem im Charlie-Zug die Spezialgrundausbildung für die Offizieranwärter des Verbandes. Mit der Panzerausbildung als Schwerpunkt sollen die erforderlichen Abholpunkte der Offizieranwärter für ihren weiteren Werdegang, den Fahnenjunkerlehrgang, geschaffen werden. Auch diese Ausbildung wird im Dezember ihren Höhepunkt in der Oberlausitz finden.

In der Kompanie selbst änderte sich in den letzten Monaten zusätzlich sehr viel. Mit Beginn Oktober wechselten gleich drei neue Teileinheitsführer in die 3.Kompanie. Stabsfeldwebel Popall als neuer Kompanietruppführer, Hauptfeldwebel Moege als neuer Bravo-Zugführer und Hauptfeldwebel Wegner als neuer Charlie-Zugführer. Den Vorgängern stehen nun neue Aufgaben bevor. Hauptfeldwebel Gampe, alter Kompanietruppführer, ist der neue stellvertretende Zugführer des Charlie-Zuges und befindet sich schon jetzt in der Durchführung der SGA OA. Der Hauptmann Czybulka, alter Bravo-Zugführer, soll nach der Übergabe der Kompanie an Hauptmann Konieczny neuer Stabszugführer werden. Stabsfeldwebel Oberst, der alte Charlie-Zugführer wird in das Schießübungszentrum versetzt. Dort eingesetzt als Ausbildungsfeldwebel kann er seinen Erfahrungsschatz bestmöglich zur Geltung bringen und junge, aber auch erfahrene Zugführer nach bestem Wissen und Gewissen weiterbilden.

In diesem Sinne:

Panzer Hurra! 

Rückblick

2020/2021
© 3. Kompanie, Panzerlehrbataillon 93

Die 3. Kompanie 2020/2021

Mit der Übergabe der Kompanie am 8. April 2020 durch Frau Major Böhme ist bis heute nach Panzerlehrbrigaden-Standard eine Menge passiert.

Ein erfolgreicher Übungsplatzaufenthalt im Juni 2020, eine fordernde Amtshilfe bis in die Mitte 2021 hinein, drei weitere Übungsplatzaufenthalte in Klietz und Bergen sowie mehrere Projekte wie das groß angelegte Sportfest vor dem Sommerurlaub 2021 oder die Ausbildungslehrübung (ALÜ) der Brigade für vier Wochen im September/Oktober dieses Jahres.

Mit Hinblick auf die Fülle der Aufträge sollen an dieser Stelle deshalb zwei Vorhaben näher beleuchtet werden; Vorhaben, die der 3. Kompanie besonders am Herzen lagen und noch immer liegen.

Sportfest des „Teams Hotel“

Um die erbrachten Leistungen zu würdigen und entgegen des Tagesdienstes etwas abschalten zu können, war das Sportfest für das gesamte „Team Hotel“ Abschluss und Highlight des ersten Halbjahres, der durch uns liebevoll genannte „Quadriga MilFit Cup“. Im kameradschaftlichen Wettbewerb konnte sich das Bataillon untereinander in mehreren Disziplinen messen. Angetreten auf dem Exerzierplatz in Feldanzug und Sportschuhen wurden die Teams per Losverfahren bestimmt, ehe es sogleich für Team 1 an den Start für den vormittags geplanten Military-Fitness-Lauf ging. Geplant und durchgeführt von Oberfeldwebel Weigel (einer unserer Echo-Panzerkommandanten), mussten die Gruppen über die Hindernisbahn, im Matsch gleiten (wobei die Feuerwehr und besonders der Kommandeur „Team Hotel“, Oberstleutnant Beckmann, sehr viel Spaß hatten, die Teams währenddessen in einen „feuchten Aggregatzustand“ zu überführen), Geschicklichkeitsspiele meistern und in einen mit Wasser gefüllten Container nach Codewörtern tauchen. Am Nachmittag konnten sich dann vorher bestimmte Teams der Kompanien und des Stabes in einem Volleyball- oder Fußballturnier gegeneinander messen, ehe am späten Nachmittag die Siegerehrung folgte. Gesponsert wurden die Preise in der Masse durch den Freundeskreis der Panzertruppe, welcher auch mit mehreren Mitgliedern vor Ort war. Schlussendlich war das Sportfest ein großer Erfolg, was nicht zuletzt an der Stimmung jedes Einzelnen und der reibungslosen Planung und dem Ablauf lag. Kurze Zeit später ging es dann für die 3./- in den wohlverdienten Sommerurlaub.

Truppenübungsplatzaufenthalt in Klietz

Zum anderen ist der kürzlich abgeschlossene Truppenübungsplatzaufenthalt in Klietz erwähnenswert; der dritte dieser Art seit der Übernahme der Kompanie durch Frau Major Böhme. Wie im März 2021 ging es wieder für zwei Wochen auf den Truppenübungsplatz nach Sachsen-Anhalt, dem - man könnte mittlerweile schon sagen - Wohnzimmer der Kompanie, wenn es um Übungsvorhaben geht. Hier wurden die 20 neuen Panzersoldaten der sogenannten DPA - Dienstpostenausbildung - zu neuen Richt- und Ladeschützen des Bataillons geschmiedet. Es galt, auf den vorherigen Übungsplatzaufenthalt in Bergen (Ende August bis Anfang September) aufzubauen und allen Anforderungen sowie Ausbildungszielen gerecht zu werden und das haben wir auch erreicht. Am Ende der ersten Woche wurden die neuen Richt- und Ladeschützen in einer traditionellen Zeremonie, der Richtschützentaufe, geehrt. Und auch die zweite Woche blieb nicht ungenutzt. Die beiden Züge der Kompanie „Echo“ und „Foxtrot“ beübten sich mit ihrer originären Stammbesatzung durch mehrere Schießvorhaben und -übungen. Hervorzuheben ist hier die sogenannte BK-Üb 6, die umfangreichste Übung, welche die Vorschrift hergibt. Über mehrere Monate vorher durch die Kompanieführung geplant, erstreckte sich diese Übung von Dienstag bis Donnerstag in jener Woche; Tag und Nacht. Die Züge mussten all ihr Können abrufen, sowohl taktisch als auch schießtechnisch. Unterstützungselemente der Züge, wie eine Betankung bei Nacht, das Beziehen von Sammelräumen durch die Kompanie und andere Ausbildungsabschnitte fanden zeitgleich statt und wurden in die Übung eingebunden. Am Ende stand ein erreichtes Ausbildungsziel und mehr als zufriedene Gesichter.

Große Ziele stehen vor der Tür

Mit Blick auf die letzten Wochen des Jahres 2021 stehen für das kommende Jahr große Ziele vor der Tür. Mehrere Teilnahmen im Schießübungszentrum (SchÜbZ) - eine der zentralen Ausbildungseinrichtungen des Heeres und vor allem der Kampftruppe auf Kompanieebene - sowie im Gefechtsübungszentrum (GÜZ). Das GÜZ ist vereinfacht gesagt der große Bruder des SchÜbZ, in der ein gesamtes Bataillon zusammen üben kann. Zusätzlich wird im Februar eine Führerweiterbildung im Rahmen der Ausbildungslehrübung Nacht (ALÜ Nacht) stattfinden, in der gestandenes Führungspersonal der Brigade für eine Woche alle taktischen Abläufe bei Nacht durchzuführen hat. Und leider wirft auch wieder Corona seine Schatten voraus. Schon jetzt sind mehrere Soldaten des Bataillons wieder in die Amtshilfe eingebunden; auch die 3./- muss sich darauf vorbereiten, erneut Soldaten dafür zu stellen.

Die Angehörigen der 3./- sind trotz alledem wie immer darauf vorbereitet, ihr Bestes zu geben, dafür Sorge zu tragen, gemäß unserem Kompanieleitspruch „Kein Panzermann soll besser sein, der königlich Dritten, Panzer Hurra!“ allen Anforderungen gerecht zu werden und in das neue Jahr weiter anzugreifen.

2019/2020

Das Jahr 2019 war für die Königlich Dritte durch den Auftrag Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) der NATO geprägt. Für die Soldaten bedeutete das insbesondere eine ständige Rufbereitschaft von 16 bis 48 Stunden. Neben der Ausbildungslehrübung „Führen bei Nacht“ im Januar und Februar und des Übungsplatzaufenthaltes in der Oberlausitz im Dezember, war der Höhepunkt des Jahres die vierwöchige NATO-Übung „Noble Jump“ in Polen, bei der sich die Dritte insbesondere beim Gefechtsschießen für internationales Publikum und bei der Abschlussübung „Dragon“ beim Angriff über ein Gewässer unter Beweis stellte.

Das Jahr 2020 begann für das Führerkorps der Kompanie mit einer politischen Bildungsfahrt nach Dresden und für die Mannschaftssoldaten mit einer Werkwoche in Cloppenburg. Absicht für das Jahr sollte es sein, weiterhin den Nachwuchs der Richt- und Ladeschützen des Bataillons auszubilden und den Echo Zug als Panzerzug in neuer Konstellation voll auszubilden.

Zum Abschluss der im März durchgeführten Bataillonsübung mit dem Simulationssystem SIRA in Dresden wurde der ehemalige Kompaniechef Hauptmann Schmidt zum Major befördert. Seine Nachfolgerin, Hauptmann Böhme übernahm die Kompanie am 8. April 2020.

Auf dem Truppenübungsplatz in KLIETZ soll Ende Juni die derzeitige Ausbildung unserer Richt- und Ladeschützen zum Abschluss gebracht werden. Im Herbst wird die Kompanie erstmals im Rahmen eines neuen Ausbildungskonzeptes die neuen Offizieranwärter auf dem Kampfpanzer ausbilden.

Aufgrund der Coronakrise wurden auch in der Bundeswehr zahlreiche Einschränkungen für Ausbildung- und Übungsvorhaben erlassen. Deswegen findet 2020 auch kein Tag der Bundeswehr und keine Informationslehrübung (ILÜ) statt, bei der die Kompanie eine maßgebliche Rolle gespielt hätte.

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