Hützel

Hützel (Niederdeutsch/Plattdeutsch)

1018

Einwohner*innen

15,12  km²

Fläche

1193

Erste urkundliche Erwähnung

Umrisse Gemeindegebiet mit Markierung Hützel

Geschichte & Namensherkunft

In alten Karten heißt das Dorf: Hudselo oder Hutzloh, dann Hudsell. Die Vorsilbe „Hud, Huds und Hutz geht vermutlich auf das althochdeutsche „Huwo“ = Uhu zurück. Die Endung „Loh“, bedeutet Wald. Demnach bedeutet der Name Hützel „Eulenwald. Es ist bis heute noch von viel Wald umgeben.

Die erste Nennung datiert aus dem Jahre 1193, als das Kirchspiel Bispingen mit allen dazu gehörigen Dörfern, darunter auch Hützel, an den Bischof Lüder von Verden verkauft wird. Weiter findet sich im Winsener Schatzregister eine Eintragung aus dem Jahre 1313. Zu der Zeit überlässt Konrad von Hudsell dem Ritter Segeband von dem Berge eine Mühle und zwei Höfe mit ihrem „Zehnten“ zu seinem Lebensunterhalt. Es gab also seit mehr als 700 Jahren in Hützel eine Wassermühle, die bis heute noch steht.

Natur & Erholung

Waldgebiet mit stehenden Wasserflächen, Bäumen und grüner Wasserpflanzenbedeckung im Sölbruch in Hützel.

Reizvolle Wanderziele, wie die zu Fuß schnell erreichbaren Heideflächen der „Borsteler Berge“, der idyllische„Söhlbruch“ oder die Heide im „Spöktal“, locken alle Jahre Heidebesucher an. Viele der Pensionen, die seit den 50. Jahren Gästezimmer in Hützel vermieteten, sind, um den gewachsenen Ansprüchen der Gäste zu genügen, inzwischen Anbieter von schönen komfortablen Ferienwohnungen und Häusern geworden.

Der „Immenhof“, zu Beginn des 19. Jahrhunderts als besonders attraktive Pension erbaut, wurde nach seinem Verkauf an die Arbeiterwohlfahrt in den 20. Jahren Schauplatz eines ganz neuen „Erziehungsexperimentes“: Vorbereitung junger Mädchen aus schwierigen Lebensverhältnissen, ohne Mauern und Zwang, auf ein selbstbestimmtes Leben. Eine junge Pädagogin, jüdischen Glaubens, Dr. Hanna Grunwald-Eisfelder, setzte hier ihre Vorstellungen moderner Erziehung um, musste aber nach der Machtübernahme vor den Nazis fliehen und wurde später in den USA eine Mitbegründerin von „Amnesty International“. Heute ist das Immenhofgelände nach langen ungenutzten Jahren verwaist und ein Ziel der Hoffnung der Hützeler auf kommende neue Entwicklungen.

Es stehen im Ort, aus vergangenen Zeiten florierender Landwirtschaft, noch vier der eindrucksvollen typischen strohgedeckten Fachwerkbauernhäuser der Heide mit den dazu gehörigen Treppenspeichern.

Wirtschaft

Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts auch im Luhetal in Hützel reiche Kieselgurlager entdeckt und ab 1876 durch verschiedene Firmen im Ort abgebaut wurden, endete Hützels Zeit als überwiegend landwirtschaftlicher Ort und es entwickelte sich zu einem Industriedorf. Zuletzt wurde von der Fa. Reye und Söhne bis 1969 noch die Gur gewonnen, dann stellte auch sie die Förderung ein, wechselte in die Fertigputzherstellung und baute darauf ein bedeutendes Geschäft auf. Auch die großen Firmen Schlüßler Feuerungsbau und das Handelsunternehmen Grube KG wurden in Hützel gegründet und tragen bis heute zu guten Gewerbeeinnahmen der Einheitsgemeinde Bispingen bei.

Gemeinschaft & Engagement

Sporthalle in Hützel mit Holzfassade und angrenzendem weißem Hallenbereich unter bewölktem Himmel

Hützel hat einen Kindergarten und einige sehr aktive Vereine, wie den Tennisclub TC-Heideperle, den über hundert Jahre alten Schützenverein Hützel-Steinbeck, die Freiwillige Feuerwehr Hützel und die Landeskirchliche Gemeinschaft. Viele der Einwohner und Einwohnerinnen engagieren sich für die Gemeinschaft und gestalten zusammen über das Jahr ein abwechslungsreiches Dorfleben, wie das traditionelle Hützeler Schützenfest am 2. Sonntag im Juli und am Abend jedes 2. Oktobers ein Oktoberfest, das anlässlich der deutschen Wiedervereinigung entstand und immer mehr zu einer gut besuchten Gesamtveranstaltung der Einheitsgemeinde Bispingen wird.

Kurioses am Rande

Eine Nummer zu groß?
Manchmal kann es schwierig werden, wenn man sich in der Größe verschätzt. Die Hützeler Feuerwehr bekam wie lange vorausgeplant, im Jahre 1994 endlich ein neues Löschfahrzeug und musste feststellen, dass das Auto beim besten Willen nicht ins alte dörfliche Feuerwehrhaus passen wollte. Da half alles nichts, die Einheitsgemeinde baute schnellstmöglich ein neues, dass sich neben der am gleichen Standort installierten Rettungswache für den Krankentransport heute wirklich gut bewährt..

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